Hilfsgüter auf dem Weg ins Katastrophengebiet (Bildrechte: INF Nepal)
Spendenformular Fluthilfe Nepal:
Auf einen Blick – 31. August bis 9. September 2026
- 475 Haushalte wurden durch von INF Nepal finanzierte Hilfsmaßnahmen erreicht
- Insgesamt wurden im Rahmen der gemeinsamen Hilfsaktion mit ACN und PCC etwa 950 Haushalte erreicht
- 264 Menschen erhielten medizinische Untersuchungen, Behandlungen und Medikamente
- Hilfsgüter wurden in Bidur und Kispang (Nuwakot) sowie in Uttargaya (Rasuwa) verteilt
- Medizinische Versorgungscamps fanden an der Bhairum Secondary School (Bidur-8), der Ganesh Basic School (Uttargaya-1) und der Simle Basic School (Uttargaya-2) statt
Die Hilfsmaßnahmen wurden in Abstimmung mit lokalen Behörden, Vertretern der Gemeinden und den Bezirksgesundheitsämtern von Nuwakot und Rasuwa durchgeführt.
Von den Notunterkünften in Nuwakot bis hin zu den schwer erreichbaren Gemeinden in Rasuwa haben die Teams von INF Nepal den Menschen zugehört, den Bedarf ermittelt und mit lokalen Behörden und Partnern zusammengearbeitet, um dort praktische Hilfe zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird.
Danke an alle Spenderinnen und Spender, die mit ihrer großzügigen Unterstützung dazu beigetragen haben, dass Global Team diese dringend benötigten Gelder weitergeben konnte!
Update 09.09.2026:
Krishna Adhikari, Direktor unserer Partnerorganisation INF Nepal, berichtet aus erster Hand von seinen Erfahrungen bei der Nothilfe für die Flutopfer, die auch durch eure Spenden ermöglicht wurde:
Am Donnerstag, dem 3. September 2026, gegen 7:00 Uhr morgens verließen wir Pokhara mit zwei Lastwagen, die mit Hilfsgütern für die von der Katastrophe betroffenen Menschen in der ländlichen Gemeinde Kispang-5 im Distrikt Nuwakot beladen waren. Wir hofften außerdem, Rasuwa zu erreichen, um uns ein genaueres Bild von der Lage vor Ort zu machen, und ich bin froh, dass wir dorthin gelangen und einige der Notunterkünfte besuchen konnten.
Nach einer beschwerlichen Fahrt über schwierige Straßen mit schwer beladenen Lastwagen kamen wir gegen Ende des Tages in Kispang-5 an. Wir übergaben Lebensmittel, Kleidung, Decken und Hygiene-Sets an das Bezirksamt und begaben uns anschließend zu einem anderen Ort innerhalb desselben Bezirks, um dort weitere Decken, Kleidung und Hygieneartikel direkt an die Betroffenen zu verteilen.
Mittlerweile war es dunkel geworden. Während wir die Hilfsgüter übergaben, beobachtete ich aufmerksam die Gesichter der Empfänger. Sie waren still und gelassen. Die meisten waren ältere Menschen, Frauen und Jugendliche. Ihr Schweigen und ihre Gelassenheit sprachen Bände: Sie lebten mit einem Trauma und unter Schock. Es fiel schwer, Gespräche zu beginnen – alle Anwesenden waren betroffen, und jeder trug eine Geschichte von unermesslichem Verlust mit sich, manche mit noch immer vermissten Angehörigen.
Unter ihnen war eine junge Frau namens Jyoti Ghale. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich mit ihr sprechen sollte. Nachdem die Verteilung beendet war, suchte ich nach ihr und fand sie neben dem Lkw stehen.
Jyoti hat das Kostbarste in ihrem Leben verloren. Ihr Mann hat überlebt, doch die Familie steht nun vor einer ungewissen Zukunft, geprägt von Trauer, Verlust und Not. Es war herzzerreißend, und ich war sprachlos. Ich konnte kaum etwas sagen, außer: „नआत्तिनुस् है“ (Naattinus hai) – „Bitte verliere nicht die Hoffnung.“ Dann ging sie.
Jyotis Geschichte begleitete mich für den Rest der Reise, und ich trage sie noch heute in mir, wie eine Geschichte, die ihr Ende noch nicht gefunden hat.
Meine aufrichtige Hoffnung ist, dass Menschen wie Jyoti in den kommenden Tagen Heilung und Wiederherstellung erfahren werden und dass sich Geschichten wie die ihre eines Tages in Geschichten des Friedens, der Hoffnung, der Würde und der wiedergewonnenen Freude verwandeln werden.
Update 04.09.2026:
Dank der vielen Spenden konnten wir heute 10.000 Euro Hilfe für die Flutopfer nach Nepal an unsere Partnerorganisation INF schicken. Wir sind überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft und danken von Herzen allen Spendern!
Folgende Dankesworte erreichten uns heute von INF aus Nepal:
We are deeply grateful to you, the Global Team, and everyone who has contributed so generously towards the flash flood relief response in Nepal. The increase from the initial commitment to a planned transfer of EUR 10,000 is truly encouraging and will significantly support affected communities.
Please convey our sincere appreciation to all donors and supporters for their compassion, prayers, and solidarity during this difficult time. We praise God for this remarkable response and for the generosity shown by so many people.
Update 02.09.2026
Am 30. August 2026 begab sich das Notfallmedizin-Team von INF Nepal mit lebenswichtigen medizinischen Hilfsgütern in den Einsatzort Bidur–8 in Nuwakot, wo die Bhairum-Sekundarschule derzeit als Notunterkunft für etwa 1.500 Vertriebene und Betroffene dient, die von der Sturzflut am Bhotekoshi betroffen sind.
Da viele Menschen möglicherweise sofortige medizinische Hilfe benötigen, bereitete sich das Team darauf vor, Gesundheitsdienste mithilfe der medizinischen Hilfsgüter und eines geplanten Gesundheitscamps anzubieten, um den in der Notunterkunft festgestellten dringenden medizinischen Bedarf zu decken.
Am 1. September leistete das medizinische Notfallteam 138 von den Sturzfluten betroffenen Menschen (darunter 80 Frauen und 58 Männer), die sich derzeit in der Schule aufhalten, sofortige medizinische Hilfe. Ebenso leistete das Team am 2. September 41 Personen medizinische Hilfe. In den meisten Fällen handelte es sich um die Versorgung von Verletzungen, die durch die Katastrophe verursacht worden waren. Darüber hinaus gab es Fälle von Langzeitpatienten, die auf medizinische Beratung angewiesen waren, sowie zahlreiche Fälle von hohem Fieber, Bauchschmerzen, Hautproblemen und Augenreizungen, vor allem bei Kindern.
Update 01.09.2026
Als die Menschen nach den Überschwemmungen an der Bhairum Secondary School eintrafen, besaßen viele kaum mehr als die Kleidung, die sie am Leib trugen. Rund 1.500 Vertriebene suchten in der Schule in Bidur-8, Gaudakot, Zuflucht. Die Familien schliefen in den Klassenzimmern, während das örtliche Verwaltungskomitee des Auffangzentrums mit Unterstützung des Bezirksamtes daran arbeitete, ihre dringendsten Bedürfnisse zu decken.
Die Menschen brauchten einen Schlafplatz, Essen, sauberes Wasser und grundlegende Hygieneartikel. Unsere Partner vor Ort leisteten Nothilfe für rund 1.500 Menschen, die für etwa 10 Tage ausreichen sollte. Dazu gehörten Lebensmittel, Hygiene-Sets, Damenbinden, Wasch- und Badeseife, Zahnpasta und Zahnbürsten, Moskitonetze, Fleecedecken, Erste-Hilfe-Sets sowie Eimer zur Aufbewahrung und Filterung von Wasser.
Doch während unser Team den Familien zuhörte und zwei weitere Notunterkünfte in den Bezirken 8 und 9 der Gemeinde Bidur besuchte, wurden die längerfristigen Bedürfnisse immer deutlicher.
Viele Familien verfügen über kein Land, auf dem sie eine Notunterkunft errichten könnten, was bedeutet, dass sie möglicherweise noch einige Zeit in den Notunterkünften bleiben müssen. Andere haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Es wird dringend Kochgas benötigt, damit Mahlzeiten zubereitet werden können, und viele Menschen leiden unter den psychischen Folgen dessen, was sie erlebt haben.
Einige Familien stammen aus der Region und haben ihre Häuser, ihren Besitz und ihre Existenzgrundlage verloren. Andere lebten aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen in Bidur und hoffen, in ihre Heimatbezirke zurückkehren zu können, sobald sich die Lage verbessert.
Indu ist eine derjenigen, die einen unvorstellbaren Verlust erlitten haben:
„Mein Haus wurde von der Flut weggerissen. Alles, wofür meine Familie gearbeitet hatte, ist verloren gegangen. Mein älterer Sohn wird immer noch vermisst. Mein Mann und mein jüngster Sohn konnten der Flut gerade noch entkommen und haben durch Glück überlebt. Ich fühle mich völlig leer, weil ich mein Zuhause, meinen Besitz und meinen Sohn verloren habe.“
Die Lage ist weiterhin dramatisch. Familien suchen immer noch nach über 4.400 vermissten Angehörigen, während beschädigte Straßen und Infrastruktur Rettungs- und Hilfsmaßnahmen erschweren. Im Bezirk 8 von Bidur bietet das medizinische Gesundheitscamp der INF eine medizinische Grundversorgung an, während unsere Teams weiterhin den Bedarf ermitteln und weitere Hilfsmaßnahmen vorbereiten, darunter Lebensmittel und Materialien für Notunterkünfte.
Update 31.08.2026
Aktuellen Angaben zufolge sind in den Distrikten Chitwan, Nuwakot, Dhading und Rasuwa in der Provinz Bagmati, in den Distrikten Nawalparasi Ost, Gorkha und Tanahu in der Provinz Gandaki sowie im Distrikt Nawalparasi West in der Provinz Lumbini mindestens 903 Menschen ums Leben gekommen und 4.247 Menschen werden weiterhin vermisst, darunter 591 Ausländer. Die Such- und Rettungsmaßnahmen dauern an.
Der Direktor unserer Partnerorganisation INF Nepal schreibt zur aktuellen Lage und den eingeleiteten Maßnahmen (gekürzt und übersetzt auf Deutsch):
Wir sind zutiefst bestürzt über die verheerenden Sturzfluten vom 26. August 2026, von denen Orten in Rasuwa, Nuwakot, Dhading und angrenzenden Gebieten entlang der Flussläufe von Bhotekoshi und Trishuli betroffen sind. In dieser schwierigen Zeit, die das ganze Land bewegt, steht INF Nepal solidarisch an der Seite der betroffenen Gemeinden und der gesamten Nation. Unsere besondere Sorge gilt Menschen mit Behinderungen, marginalisierten Gruppen und schutzbedürftigen Haushalten, die nach der Katastrophe möglicherweise mit unverhältnismäßig großen Herausforderungen konfrontiert sind.
INF Nepal mobilisiert Hilfe gemäß den etablierten Standards für humanitäre Hilfe, wobei der Schwerpunkt zunächst auf Koordination, schneller Lagebeurteilung, sofortiger lebensrettender Hilfe und angemessener Nothilfe liegt. Je nach Entwicklung der Lage kann sich unser Einsatz auf Prioritäten des frühen Wiederaufbaus ausweiten, wie beispielsweise Ernährungssicherheit, Gesundheit, Unterkünfte, WASH, Schutz, Existenzsicherung, Katastrophenvorsorge, Klimaresilienz und Wiederaufbauhilfe – basierend auf den ermittelten Bedürfnissen und unseren verfügbaren Kapazitäten. Derzeit liegt unser Schwerpunkt auf der sofortigen humanitären Hilfe durch einen koordinierten, bedarfsgerechten und rechenschaftspflichtigen Ansatz, der sicherstellt, dass die Hilfe die Bedürftigsten rechtzeitig erreicht und dabei die Würde und die Rechte der Betroffenen gewahrt bleiben.
In Zusammenarbeit mit Asal Chhimeki Nepal soll unsere erste Hilfsaktion, bestehend aus Lebensmittelvorräten, Winterausrüstung und Hygienepaketen, am 29. August 2026 nach Nuwakot geschickt werden, um rund 1.500 Menschen dringend benötigte humanitäre Hilfe zukommen zu lassen. Wir werden den Bedarf in den kommenden Tagen weiter einschätzen und unsere Unterstützung ausbauen.
Gleichzeitig möchte ich alle ermutigen, unsere reguläre Arbeit fortzusetzen und uns mit demselben Engagement und derselben Verantwortung um unsere Hilfsempfänger und Patienten zu kümmern. Unsere laufenden Dienste sind nach wie vor wichtig, insbesondere für Menschen, die in dieser schwierigen Zeit selbst besonders schutzbedürftig sein könnten. Lasst uns den Mut bewahren, einander unterstützen und in unserer gemeinsamen Berufung zum Dienen vereint bleiben. Mögen wir gemeinsam das Vermächtnis von INF Nepal fortsetzen, mit Liebe zu dienen und gemeinsam für ein Leben in seiner ganzen Fülle zu arbeiten. Vielen Dank!
Krishna Adhikari (Direktor INF Nepal)
Update 28.08.2026 - Andreas Jenny
Danke an alle, die so schnell reagiert haben und das überwältigende Spendenaufkommen und alle Gebete! Hier weitere aktuelle Informationen, die uns erreicht haben:
- Die Zahl der Opfer steigt weiter, und es ist davon auszugehen, dass sie noch weiter zunehmen wird. In der gesamten Provinz Bagmati kamen mindestens 489 Menschen ums Leben, und vermutlich tausende werden weiterhin vermisst, darunter mindestens 667 Touristen und Reisende. Diese Zahlen sind noch vorläufig und können sich ändern, da die Behörden ihre Rettungsmaßnahmen fortsetzen und die Informationen überprüfen.
- Zudem besteht die Gefahr, dass der Wasserstand zweier durch den Gletschersturz in der Grenzregion Tibet/Nepal neu entstandener Seen steigt, was zu weiteren Überschwemmungen führen könnte.
- Derzeit befinden sich zwei Mitarbeiter unserer Partnerorganisation INF Nepal in Dhading und Nuwakot, wo sie gemeinsam mit den lokalen Behörden den unmittelbaren Bedarf ermitteln. INF Nepal hat zudem ein spezielles Einsatzteam vor Ort sowie eine Notfallzentrale eingerichtet, um die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren, sobald weiterer Bedarf entsteht.
- Die zwei sich nahestehenden Organisationen in Pokhara – INF Nepal und Asal Chimekee Nepal – haben beschlossen, sich für den Nothilfeinsatz zusammenzutun und ihre Ressourcen zu bündeln. Mein nepalesischer Kollege L. vor Ort, mit dem ich seit zwei Jahren eng zusammenarbeite, wird das ganze koordinieren.
- Derzeit werden die ersten Hilfsgüter aus dem Notvorrat von INF Nepal bereitgestellt: 400 Planen, 50 Decken und Küchensets für Familien, die obdachlos wurden oder ihre wichtigsten Habseligkeiten verloren haben. Diese werden in die betroffenen Gebiete transportiert, sobald die Straßenverbindungen und die Bedingungen dies sicher zulassen.
- Gleichzeitig blickt das Team über die unmittelbare Nothilfe hinaus und plant, wie die betroffenen Familien auch langfristig beim Wiederaufbau unterstützt werden können.
- Es gibt noch vieles, was wir nicht wissen, und wir werden weiterhin Informationen sorgfältig weitergeben, sobald sie überprüft sind. Was wir wissen, ist, dass der Bedarf wächst.
26.08.2026
Eine verheerende Sturzflut am Bhotekoshi-Fluss im Norden Nepals hat ganze Ortschaften zerstört. Mindestens 157 Menschen kamen ums Leben, Hunderte werden noch vermisst. Häuser, Straßen und Brücken wurden fortgerissen, zahlreiche Familien haben innerhalb weniger Minuten ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage verloren.
Es wird davon ausgegangen, dass sich auch ausländische Touristen unter den Opfern befinden, da es sich um eine populäre Trekkingregion handelt.
Ausgelöst wurde die Katastrophe vermutlich durch eine Lawine im Himalaya auf der tibetischen Seite, die einen Nebenfluss aufstaute. Die gewaltige Flutwelle traf die Menschen ohne Vorwarnung und verwüstete weite Gebiete entlang des Flusses. Besonders schwer betroffen sind die nördlich von Kathmandu gelegenen Distrikte Rasuwa und Nuwakot.
Viele Überlebende stehen nun vor dem Nichts und benötigen dringend Unterstützung. Global Team berät sich derzeit mit seinen Partnerorganisationen in Nepal, wie den betroffenen Menschen schnell und gezielt direkt vor Ort geholfen werden kann.
Mit Ihrer Spende unterstützen Sie diese Hilfe. Sobald der konkrete Bedarf gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort geklärt ist, werden die Mittel dort eingesetzt, wo sie am dringendsten benötigt werden.