Kirgistan

Gebirgslandschaft Kirgistan

Partnerschaftliche Entwicklungs- und Sozialarbeit

Global Team arbeitet seit 2015 mit zwei Partnerorganisation im Norden Kirgistans. Folgende Projekte werden finanziell unterstützt:

Dörfliche Entwicklung

Das Arbeitsgebiet unseres Projektpartners liegt in der Region um die Hauptstadt auf ungefähr 800 m über dem Meeresspiegel am nördlichen Rand des bis zu 4.875 m hohen westlichen Teils des Tian-Shan-Gebirges, welches der Gegend nach Süden hin eine imposante Kulisse gibt. Es herrscht ein kontinentales Klima mit heißen Sommern, aber auch kalten Wintern.

In einer Neubausiedlung wurde eine neue Arbeit begonnen. Dort soll es verstärkt um Themen gehen, die den Einwohnuern unter den Nägeln brennen. Diese wird partizipativ erfasst, und gemeinsame Aktionspläne umgesetzt werden. Die Vorgehensweise orientiert sich an dem Appreciative  Inquiry Ansatz.

Stand Sommer 2020: Bedingt durch die Covid-19 Pandemie ist momentan die Arbeit in der Siedlung stark eingeschränkt. Unser Partner ist momentan in Nothilfemaßnahmen als Reaktion auf die Pandemie aktiv.

Auch wurde ein Pilotprojekt für die örtliche Herstellung von Behindertenhilfsmittel für Kinder gestartet. Ziel ist es, Wissen und Erfahrungen zu sammeln, wie ein geeignetes Projekt mit dem Schwerpunkt auf Behindertenhilfsmittel aussehen könnte. Wir wollen erfahren, welche Projekte, Technologien, Ansätze es bereits gibt und auch, welche Dinge benötigt, aber noch nicht entwickelt werden und vor Ort verfügbar sind. Dies soll in Zusammenarbeit mit einer möglichst großen Anzahl von andern im Lande ansässigen Behindertenorganisation geschehen.

Inklusion

Bei der letzten offiziellen Erhebung des kirgisischen Sozialministerium gab es in Kirgistan 25.346 behinderte Kinder (Stand 2012, Alter 0-18 Jahren). Davon lebten im Projektgebiet unseres Partners 250 behinderte Kinder ohne jedes Bildungsangebot.

Das Ziel des Projektes ist, dass eines Tages alle 250+ behinderten Kindern an diesem Ort eine Chance auf Bildung bekommen und möglichst nach Durchlauf des Förderprogrammes in eine Regelschule wechseln können.

Bis zum 30 Juni 2020 sollen insgesamt 28 Schülern einen Platz in dem Förderprogramm ermöglicht werden. Das entspricht zwei Jahrgängen mit jeweils 14 Kindern mit Behinderungen.

Folgende Maßnahmen werden durchgeführt, um die o.g. Ziele erreichen zu können:

  • Förderklassen
  • Inklusionsprogramm in den Regelschulen
  • Familienbegleitung

Diese Arbeit setzt starke Akzente gegen die landläufige Meinung, dass diese Kinder eigentlich nutzlos und „förderungsunwürdig“ seien.

Land und Leute

Der zentralasiatische, gebirgige Binnenstaat Kirgisistan hat eine Landesfläche von ca. 200.000 km² und etwa 6,2 Millionen Einwohner. Das Land grenzt im Südosten an China, im Norden an Kasachstan, im Südwesten an Tadschikistan und im Nordwesten an Usbekistan. Das Hochgebirge des Tianshans, mit Gipfeln bis 7439 m, trennt den Norden vom Süden des Landes.

KyrgyzstanDie Kirgisen (64,9 % der Bevölkerung) werden aufgrund ihrer Sprache den Turkvölkern zugerechnet und bekennen sich überwiegend zum sunnitischen Islam. Außerdem leben Usbeken, Russen Dunganen (chinesische Muslime), Uiguren, Ukrainer, Tadschiken, Tataren, Kasachen und Angehörige weiterer Ethnien im Lande. Anfang der 1990er Jahre lebten noch ca. 100.000 Deutsche dort; sie sind inzwischen mehrheitlich nach Deutschland ausgewandert.

Einen zentralen Platz in der kirgisischen Kultur nehmen Pferdezucht und Jurte ein und ist Ausdruck der historisch halbnomadischen Lebensweise. Der Stellenwert der Jurte lässt sich leicht an der Tatsache ablesen, dass die Nationalflagge das Gestänge einer Jurte um die obere Rauchabzugsöffnung (den Tündük) darstellt.

Das 1991 unabhängig gewordene Land übernahm eine vollkommen auf den Markt der Sowjetunion ausgerichtete Wirtschaftsstruktur. Die Restrukturierung derselben und die Privatisierung der Betriebe wurden zwar in Angriff genommen, gerieten aber immer wieder ins Stocken. Dennoch bekam die Regierung ein ökonomisches Grundproblem postsowjetischer Staaten, hohe öffentliche Ausgaben bei gleichzeitigem Einbruch der Staatseinnahmen, relativ gut in den Griff. Dennoch ist die Armut nicht zurückgegangen. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen leben 41 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenrate wird 2017 mit 7,4 % angegeben. Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor sind auch die im Ausland arbeitenden Kirgisen.

(Der obige Text wurde in weiten Teilen aus folgender Quelle entnommen: Wikipedia)