Kirgistan

Panorama Kirgistan

Partnerschaftliche Entwicklungs- und Sozialarbeit

Global Team arbeitet seit 2015 mit zwei Partnerorganisation im Norden Kirgistans. Folgende Projekte werden finanziell unterstützt:

Engergieeffizienz und Dörfliche Entwicklung

Das Arbeitsgebiet unseres Projektpartners liegt auf ungefähr 800 m über dem Meeresspiegel am nördlichen Rand des bis zu 4.875 m hohen westlichen Teils des Tian-Shan-Gebirges, welches der Gegend nach Süden hin eine imposante Kulisse gibt. Es herrscht ein kontinentales Klima mit heißen Sommern, aber auch kalten Wintern. Während der Monaten November bis März kann es bis zu -9°C kalt werden.

Die Häuser sind meist schlecht isoliert und es wird mit Kohle oder Holz in ineffizienten Öfen geheizt. Dadurch entstehen hohe Kosten und die Abgase sind schlecht für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Deshalb ist dieses Problem hoch auf der Agenda, wenn es darum geht mit der Bevölkerung Verbesserungsmaßnahmen in Dörfern anzustoßen. Dies wurde bei einer Befragung von 100 Haushalten deutlich.

Seit drei Jahren beschäftigt sich das Projekt mit der Frage, wie kostengünstige und effektive Öfen entwickelt werden können. Verschiedene Prototypen wurden ausprobiert und installiert. Sogar ein Solarkollektor zur Erwärmung von Luft, gebaut aus Coladosen, wurde getestet. Die Männer im Dorf sind mit großem Interesse mit dabei. Auf diese Weise können auch sie in die Entwicklungsarbeit einbezogen werden. Im Gegensatz dazu sind Frauen meist viel offener sich zu beteiligen. Das Gesundheitsprogramm der Organisation erfährt deshalb einen großen Zuspruch.

Unser Ansatz in allen Arbeiten ist es, dass die Nutznießer möglichst viel selbst mit einbringen, um negative Abhängigkeiten zu verhindern. Menschen sollen die Potentiale entdecken, die ihnen zur Verfügung stehen, um mehr daraus zu machen. So bieten die Projektmitarbeiter kostenlose Schulungen zum Ofenbau an, die Materialien und Mithilfe kommt aber von der Bevölkerung.

Was konnte bisher erreicht werden? Ein Mullah, der gleichzeitig wie ein Bürgermeister in seinem Ort fungiert, war bereit sein Haus zu einem „Effizienzhaus“ umbauen zu lassen, welches ein Modell für andere im Umfeld sein soll. Durch diese Zusammenarbeit sind gute Kontakte entstanden und viel Vertrauen durfte wachsen.

An einem anderen Ort setzten sich Männer dafür ein, dass ihr Bürgerzentrum mithilfe doppelt verglaster Fenster und isolierter Türen nun besser isoliert ist. Solche Initiativen sind wichtige Türöffner, um langfristige Beziehungen zu Dorfgemeinschaften aufzubauen, und gemeinsam an positiven Veränderungen zu arbeiten, die über das Heizen hinaus gehen.

Zukünfigt soll es verstärkt auch um weitere Themen gehen, die den Menschen in den Dörfern unter den Nägeln brennen. Diese sollen partizipativ erfasst werden, und gemeinsame Aktionspläne umgesetzt werden.

Inklusion

Bei der letzten offiziellen Erhebung des kirgisischen Sozialministerium gab es in Kirgistan 25.346 behinderte Kinder (Stand 2012, Alter 0-18 Jahren). Davon lebten im Projektgebiet unseres Partners 250 behinderte Kinder ohne jedes Bildungsangebot.

Das Ziel des Projektes ist, dass eines Tages alle 250+ behinderten Kindern an diesem Ort eine Chance auf Bildung bekommen und möglichst nach Durchlauf des Förderprogrammes in eine Regelschule wechseln können.

Bis zum 30 Juni 2020 sollen insgesamt 28 Schülern einen Platz in dem Förderprogramm ermöglicht werden. Das entspricht zwei Jahrgängen mit jeweils 14 Kindern mit Behinderungen.

Folgende Maßnahmen werden durchgeführt, um die o.g. Ziele erreichen zu können:

  • Förderklassen
  • Inklusionsprogramm in den Regelschulen
  • Familienbegleitung

Diese Arbeit setzt starke Akzente gegen die landläufige Meinung, dass diese Kinder eigentlich nutzlos und „förderungsunwürdig“ seien.

Land und Leute

Der zentralasiatische, gebirgige Binnenstaat Kirgisistan hat eine Landesfläche von ca. 200.000 km² und etwa 6,2 Millionen Einwohner. Das Land grenzt im Südosten an China, im Norden an Kasachstan, im Südwesten an Tadschikistan und im Nordwesten an Usbekistan. Das Hochgebirge des Tianshans, mit Gipfeln bis 7439 m, trennt den Norden vom Süden des Landes.

KyrgyzstanDie Kirgisen (64,9 % der Bevölkerung) werden aufgrund ihrer Sprache den Turkvölkern zugerechnet und bekennen sich überwiegend zum sunnitischen Islam. Außerdem leben Usbeken, Russen Dunganen (chinesische Muslime), Uiguren, Ukrainer, Tadschiken, Tataren, Kasachen und Angehörige weiterer Ethnien im Lande. Anfang der 1990er Jahre lebten noch ca. 100.000 Deutsche dort; sie sind inzwischen mehrheitlich nach Deutschland ausgewandert.

Einen zentralen Platz in der kirgisischen Kultur nehmen Pferdezucht und Jurte ein und ist Ausdruck der historisch halbnomadischen Lebensweise. Der Stellenwert der Jurte lässt sich leicht an der Tatsache ablesen, dass die Nationalflagge das Gestänge einer Jurte um die obere Rauchabzugsöffnung (den Tündük) darstellt.

Das 1991 unabhängig gewordene Land übernahm eine vollkommen auf den Markt der Sowjetunion ausgerichtete Wirtschaftsstruktur. Die Restrukturierung derselben und die Privatisierung der Betriebe wurden zwar in Angriff genommen, gerieten aber immer wieder ins Stocken. Dennoch bekam die Regierung ein ökonomisches Grundproblem postsowjetischer Staaten, hohe öffentliche Ausgaben bei gleichzeitigem Einbruch der Staatseinnahmen, relativ gut in den Griff. Dennoch ist die Armut nicht zurückgegangen. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen leben 41 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenrate wird 2017 mit 7,4 % angegeben. Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor sind auch die im Ausland arbeitenden Kirgisen.

(Der obige Text wurde in weiten Teilen aus folgender Quelle entnommen: Wikipedia)