Inklusion in China

Bäckereiteam

In China leben rund 20 Millionen gehörlose Menschen, etwa 953.000 davon in der Provinz Hunan. Obwohl sich die chinesische Wirtschaft rasant entwickelt, gibt es im sozialen Bereich noch viel zu tun. Behinderungen gelten in Familie und Gesellschaft oft als Schande.

Insbesondere für gehörlose Menschen ist es schwierig, eine Ausbildung und Arbeitsstelle für den eigenen Lebensunterhalt zu finden. Teilweise geraten junge Gehörlose in die Fänge krimineller Banden - mangels anderer Perspektiven.SDG 4 Hochwertiger Bildung

Inklusion ist das Hauptziel seit dem Beginn unserer Arbeit in China im Jahre 2002. In China sind behinderte und benachteiligte Menschen insbesondere in Iändlichen Regionen oft alleingelassen. Wir ermöglichen Kindern, Jugendlichen und Erwachsene, die mit Behinderungen leben, Bildung und beruflicher Perspektive.

Global Team Hilfsbund entsendet dafür Lehrer, Physio- und Ergotherapeuten, Sozialarbeiter und andere Fachkräfte nach China, um gemeinsam mit Partnern vor Ort die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft vornzutreiben. 

SDG 10 Weniger UngleichheitSomit leisten wir einen Beitrag zu zwei der Ziele für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals - SDG):

  • Goal 4: „Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten“ und
  • Goal 10: „Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern“

Förderung von bedürftigen Kindern mit Hörbehinderungen

Global Team Hilfsbund e.V. ermöglicht es drei- bis siebenjährigen Hörbehinderten aus bedürftigen Familien, an einem Sprachheilzentrum Hören und Sprechen zu lernen. Ziel der Ausbildung ist, dass die Kinder später dem Unterricht an einer normalen Schule folgen können um eine Schulbildung zu erlangen. Momentan unterstützen wir ca. 60 dieser Kinder in Changsha und auf dem Land in der Provinz Hunan. Global Team finanziert diese Hilfe durch Patenschaften (25 € od. 50 € monatlich). Hier können sie mehr erfahren 

Seit Beginn dieses Projektes konnten schon über 400 Kinder gefördert werden.

Backen als berufliche Perspektive

Brezeln, Obstkuchen und Schwarzwälder Kirschtorte mitten in China, hergestellt von gehörlosen Chinesen. Genau so lautet das Konzept der Bäckerei Bach's Bakery in der Metropole Changsha (Provinz Hunan), mit der Global Team kooperiert. Die Bäckerei ist als Integrationsprojekt konzipiert und möchte Gehörlosen eine berufliche Perspektive bieten.

Bach’s Bakery versteht sich als ein Modellbetrieb für die Inklusion Behinderter in die chinesischen Arbeitswelt. Unser Beispiel soll andere Betriebe ermutigen, ebenfalls Menschen mit Behinderung zu beschäftigen.

Bach's Bakery fördert die handwerklichen Fähigkeiten von Gehörlosen, die oft sehr kreativ sind. Zudem wächst in China der Markt für qualitativ hochwertige Backwaren, da sich die Gesellschaft immer mehr europäischen Lebensgewohnheiten öffnet. Bäckereibetriebe erleben derzeit einen Boom. Deshalb stehen die Chancen für die jungen Menschen gut, nach abgeschlossener sechsmonatiger Ausbildung eine Anstellung zu finden, von unserem Betrieb übernommen zu werden oder sich sogar selbstständig zu machen. 

Folgende positive Effekte sind zu beobachten:

  • Wir bieten eine fundierte berufliche Ausbildung sowie Arbeitsplätze für junge gehörlose Chinesen.
  • Wir geben Gehörlosen die Möglichkeit, sichtbar und positiv an der chinesischen Gesellschaft teilzuhaben

Von 15 Lehrlingen, die bisher erfolgreich die Ausbildung abgeschlossen haben, arbeiten momentan fünf in "Bachs Bakery"(Stand: August 2018)

 

Land und Leute in China

Global Team ist in der Provinz Hunan tätig. Die Zentrale befindet sich in der Provinzhauptstadt Changsha.

Fläche: China (9,57 Mio. km2) ist fast so groß wie ganz Europa (10,5 Mio. km2). Nur 10 % werden für den Ackerbau genutzt.

Einwohner: In keinem Land der Erde leben mehr Menschen: 1,3 Milliarden. 92 % der Chinesen leben im Osten auf rund 44 % der Landesfläche, davon 30 % in Städten. Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner/Quadratkilometer. 24 % der Bevölkerung sind unter 15 Jahren. Die vom Staat angeordnete Familienplanung hat zu einem Rückgang des Bevölkerungswachstums geführt. Trotz der Ein-Kind-Politik und der Gewalt, mit der der Staat gegen unerwünschte Geburten vorgeht, bekommen Chinesinnen im Durchschnitt 1,9 Kinder, deutsche Frauen dagegen nur 1,3. Die Kinderunterernährung beträgt 10 %.

Kinderarbeit: 6 %.

Frauenanteil an den Beschäftigten: 45 %.

Lebenserwartung: Männer - 71 Jahre, Frauen - 75 Jahre.

Wirtschaft: China verändert sich rapide. Wo früher Fahrräder das Straßenbild beherrschten, sind sie heute in den Städten fast ganz verschwunden.

Wichtige Industriezweige: Bergbau, Stahl- und Zementproduktion, Textilverarbeitung, Automobil- und Maschinenbau, Elektrogeräte- und Konsumgüterindustrie, Düngemittelproduktion.

Jahresdurchschnittseinkommen im Jahr 2003:

  • Hongkong: 25 430 US Dollar, damit weltweit Rang 21
  • China: 1 100 US Dollar, damit weltweit Rang 133

Politik: Lt. Verfassung von 1982 sozialistische Diktatur des Proletariats, angeführt von der Kommunistischen Partei.

Hauptstadt: Beijing (Peking)

Landessprachen: Standard-Hochchinesisch (Putonghua), diverse chinesische Dialekte (Fujian, Hakka und weitere), 55 Minderheitssprachen.

Religionen: 100 Mio. Buddhisten, 30 Mio. Taoisten, 20 Mio. Muslime, 10 Mio. Protestanten, 4 Mio. Katholiken, 1,3 Mio. Lamaisten; religiöse Minderheit: Konfuzianer.

Geografie: China ist das drittgrößte Land der Erde. Gebirge im Westen machen ein Drittel der Staatsfläche aus. Das Hügelland und die Tiefebene im Osten/Nordosten sind fruchtbar und werden vom Gelben Fluss (Huang He) und vom Langen Fluss (Yangtse) bewässert. Unregelmäßige Niederschläge führen oft zu Dürren oder Überschwemmungen.

Geschichte und Situation heute: 221 v. Chr. entstand das chinesische Kaiserreich. Im 19. Jahrhundert wurde das außenpolitisch abgeschottete “Reich der Mitte” von den Briten gewaltsam zum Handel gezwungen. Nach der japanischen Besetzung im Zweiten Weltkrieg rief Mao Zedong 1949 die Volksrepublik aus. Nach seinem Tod 1976 leitete Deng Xiaoping eine Reform- und Öffnungspolitik ein. 1997 gab Großbritannien Hongkong als Sonderverwaltungsregion an China zurück; 1999 folgte das ehemals portugiesische Macau.